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Psychiatrische Hilfe für Long-Covid-Patienten in Augsburg und Aichach

Die Bezirkskliniken Schwaben haben in ihren Institutsambulanzen in Augsburg und Aichach psychiatrisch-psychotherapeutische Post-Covid-Ambulanzen in Betrieb genommen. Dort wird ein multimodales Behandlungsprogramm für Menschen angeboten, die unter den psychischen Auswirkungen einer Covid-19-Infektion seelisch leiden.

„Ein Großteil der Betroffenen mit schweren Covid-19-Erkrankungen entwickeln psychische Probleme oder Erkrankungen. Wir bekommen dazu immer wieder Anfragen“, beschreibt Prof. Dr. Alkomiet Hasan, warum das Bezirkskrankenhaus (BKH) Augsburg und die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) Aichach vor kurzem mit dem Angebot gestartet sind. Prof. Hasan ist Ärztlicher Direktor des BKH und zugleich Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Augsburg. Genau in der Kooperation zwischen Somatik,  Psychiatrie und Wissenschaft, die hier praktiziert wird, liege der Vorteil für Patientinnen und Patienten, so der Chefarzt. Sie könnten auf diese Weise besser begleitet und therapiert werden. 

Die psychischen Folgen einer Covid-19-Infektion sind vielfältig und noch unzureichend bekannt. Das Long-Covid-Syndrom bezeichnet den Symptomverlauf von Patienten, die nach einer überstandenen Sars-CoV-2-Infektion über die zwölfte Woche hinaus Beschwerden haben oder im Verlauf neu auftretende Beschwerden entwickeln, welche als indirekte Folge der Infektion verstanden werden können. Laut Ärztlichem Direktor gehören neben somatischen Beschwerden auch neuro-psychiatrische Symptome dazu. Dazu zählen kognitive Störungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Depression, Angststörungen, Fatigue (chronisches Erschöpfungssyndrom) und Schlafstörungen.

„Dabei handelt es sich um ein stufenweises Versorgungsangebot. Wichtig dabei ist, dass ganz klar immer zuerst die Somatik kommt, dann die Psychiatrie und Psychotherapie“, sagt Prof. Hasan. Die Patientinnen und Patienten werden zunächst vom jeweiligen Hausarzt untersucht. Danach klären Fachärzte ab, ob eventuell Herz und/oder Lunge durch die Infektion geschädigt sind. Anschließend ist eine weitere Behandlung in den neuen Ambulanzen möglich. „Wir bauen hierfür eine besondere Expertise und Spezialangebote auf“, sagt Dr. Andreas Gartenmaier, Leiter der Institutsambulanzen. Die Post-Covid-Ambulanzen würden eng mit der Universitätsklinik zusammenarbeiten. Dr. Ingrid Bauer, Leitung des Krisendienstes Schwaben und Fachärztin in Aichach: „Es ist aktuell noch nicht möglich, sicher abzuschätzen, wie der längerfristige Verlauf der Long-Covid-Symptome sein wird, wie gut diese therapierbar sind und wie groß der Anteil der Betroffenen ist, der bleibende Auswirkungen mit sich tragen wird. Es ist jedoch unser Ansinnen, hier einen Beitrag zu leisten und gemeinsam mit den niedergelassenen Kollegen und den Partnerkliniken eine bestmögliche Versorgung der Patienten zu etablieren.“

Fragen zu den Post-Covid-Ambulanzen beantworten die Fachleute der Bezirkskliniken Schwaben in Augsburg unter Telefon 0821 4803-4100 und in Aichach unter 08251 8614-735.